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Vorarlberger Industrie und Bildungsdirektion fördern VS-Lesekompetenzen

Gemeinsam mit Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink überreichte Industrie-Bildungssprecher Udo Filzmaier an der Volksschule Gisingen-Oberau diese Woche 2.800 Test-Hefte des Salzburger Lesescreenings (SLS) - Gesamtwert rund 18.000 Euro - für 15 Vorarlberger Schulstandorte. Die SLS dienen der Feststellung der Lesefähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und sind gleichzeitig die Basis für gezielte, individuelle Förderungen. Auch sind die SLS eine Voraussetzung für die Erlangung des neuen Gütesiegels „Lesende Schule“, das die Bildungsdirektion allen Pflichtschulstandorten anbietet und empfiehlt.

„Die Schulstandorte mit ihren Lehrerteams, das Land Vorarlberg, die Industrie in der Wirtschaftskammer, die Pädagogische Hochschule Vorarlberg und die Bildungsdirektion Vorarlberg werden gemeinsam die sprachliche Bildung und die Lesekompetenz unserer Kinder und Jugendlichen mit der Einführung eines Gütesiegels weiter fördern und unterstützen“, betont LSth Barbara Schöbi-Fink die Wichtigkeit der Lesekompetenzen. Das Gütesiegel „Lesende Schule“basiert auf einem Kriterienkatalog. Dieser Katalog bietet den Rahmen, die sprachliche Bildung und die Lesekompetenz der Schüler:innen am Schulstandort voranzubringen bzw. sich verstärkt dieser Themen anzunehmen.

Bildung ist ein zentrales Thema in der Arbeit der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Die Basis für das sinnerfassende Lesen wird in den Volksschulen gelegt. Daher unterstützen wir mit großer Freude das Gütesiegel ,Lesende Schule – Sprachliche Bildung und Lesekompetenz‘ und sind überzeugt, damit einen Beitrag auf dem Weg Vorarlbergs zum ,chancenreichsten Lebensraum für Kinder` zu leisten“, erklärt Udo Filzmaier, Bildungssprecher der Vorarlberger Industrie. Die Vorarlberger Industrie stellt kurzfristig 15 Schulstandorten, die sich auf den Weg zur „Lesenden Schule“ machen, die Screeningverfahren zur Verfügung und bietet damit einen wesentlichen Grundstein für eine gezielte Leseförderung an den Schulstandorten. 

Als Teil der Schul- und Unterrichtsentwicklung macht die Zertifizierung zur „Lesenden Schule“ Geleistetes sichtbar, aber auch auf Bereiche aufmerksam, die die Schule noch beachten bzw. bearbeiten wird, um die Kinder und Jugendlichen bestmöglich in den Bereichen sprachliche Bildung und Lesekompetenz zu fördern und zu fordern. Der Einsatz von Screeningverfahren (Salzburger Lesescreening) dient als Grundlage für die individuelle Förderung der Schüler/innen

„Die Grundlage für eine gezielte Leseförderung bildet die Lesediagnose. Wir haben uns für das Salzburger Lesescreening als einfache Form der Lesediagnose entschieden“, erläutert LSth Schöbi-Fink. Jeder Schulstandort, der das Gütesiegel anstrebt, muss das Salzburger Lesescreening am Beginn des Projektes und am Ende des Projektes durchführen. Anhand dieser Daten kann festgestellt werden, ob die angewandten Maßnahmen effektiv und zielführend im Sinne einer verbesserten Lesekompetenz (sinnerfassendes Lesen) waren und sind. 

Die Pädagogische Hochschule Vorarlberg begleitet das Projekt wissenschaftlich, wird die Daten entsprechend auswerten und die Schulen gemeinsam mit der Bildungsdirektion unterstützen. Das SLS 2-9 ist ein Screening-Verfahren mit dem die basalen Lesefertigkeiten von Schülerinnen und Schülern der 2. bis 9. Klasse, ermittelt durch die Lesegeschwindigkeit, erfasst wird. Mit basaler Lesefähigkeit ist der technische Aspekt des Wortlesens, also das fehlerfreie und altersentsprechende schnelle und sinnerfassende Lesen gemeint. Aus den Ergebnissen können Hinweise auf einen Förderbedarf einzelner Kinder abgeleitet werden. Es dient dazu, in kurzer Zeit und mit relativ geringem Aufwand Hinweise auf eine Leseschwäche einzelner Kinder bzw. Informationen über den Leistungsstand einer ganzen Klasse zu erhalten. 

Rund 17 Prozent der 16- bis 65-Jährigen in Österreich, das entspricht ungefähr einer Million Menschen, verfügen über nur niedrige Lesekompetenz. Während einzelne Wörter und kurze Sätze meist bewältigt werden können, haben diese Personen massive Problem beim sinnerfassenden Lesen von Textpassagen (Quelle: Statistik Österreich, 2020). „Schlecht oder nicht lesen zu können, führt zu gesellschaftlicher Isolation, zu Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt, zu einer erhöhten Armuts- und Krankheitsgefährdung bis hin zu einer schlechteren Gesundheit“, verdeutlicht Udo Filzmaier die Motivation der Industrie, hier aktiv zu werden.

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