© Lisa Mathis

 Internationale Schule Vorarlberg startet im Herbst 2023

Eine starke internationale Vernetzung Vorarlbergs ist für die Wirtschaft, die Menschen und die Region von großer Bedeutung. Eine wichtige Rolle nimmt dabei das heimische Bildungssystem ein – mit dem vorliegenden Konzept für die Internationale Schule Vorarlberg am Standort Sacré Coeur Riedenburg in Bregenz gelingt nun der angekündigte Schritt in die Umsetzung: Bereits im Herbst 2023 kann in dieser Form unterrichtet werden.

Das bisher fehlende Angebot einer Internationalen Schule hat sich bei der Rekrutierung internationaler Fachkräfte für die Unternehmen in Vorarlberg als nachteilig erwiesen. Aus einer im vergangenen Jahr von der Wirtschaftskammer Vorarlberg und der Industriellenvereinigung Vorarlberg beauftragten Studie geht hervor, dass sich die Unternehmen dezidiert für ein internationales Angebot in Vorarlberg aussprechen und prognostizieren, dass der Bedarf zukünftig auch steigen wird. Es zeigt sich, dass nicht nur Kinder internationaler Fachkräfte, sondern auch Kinder von Vorarlberger Eltern als Zielgruppe eines derartigen Angebots relevant erscheinen. Bei der Ausgestaltung eines schulischen Angebots halten die befragten Unternehmen vor allem international anerkannte bzw. anrechenbare Abschlüsse für besonders wichtig. 

Auch im Rahmen der Elternbefragung konnte ein grundsätzlich großes Interesse festgestellt werden. Laut Einschätzung der befragten Unternehmensvertreter:innen könnten die Kinder von rund 600 Beschäftigten durchaus Interesse am Besuch einer Internationalen Schule haben. Das Angebot einer Internationalen Schule in Vorarlberg ist also nicht nur für internationale Fachkräfte sehr ansprechend: Eine derartige Einrichtung ergänzt die Bildungslandschaft zudem um ein neues attraktives Bildungsangebot für heimische Kinder und Jugendliche. Die Erfahrungen aus anderen Internationalen Schulen zeigen, dass vor allem auch diese Gruppe angesprochen wird. Der Vorteil liegt auf der Hand – der Wegfall von Hürden beziehungsweise eine bessere Anschlussfähigkeit beim Besuch von Bildungseinrichtungen in anderen Ländern. 

Mit dem klaren Ziel, in Vorarlberg eine Schule zu etablieren, die einerseits dem internationalen Anspruch gerecht wird und andererseits ein modernes pädagogisches Konzept aufweist, wurden zahlreiche von der erwähnten Studie abgeleitet Etablierungsoptionen und Studienergebnisse intensiv von der Wirtschaftskammer Vorarlberg in Zusammenarbeit mit dem Land Vorarlberg und der Bildungsdirektion, der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ), dem Sacré Coeur Riedenburg, der Industriellenvereinigung Vorarlberg sowie weiteren Expert:innen erörtert. Im Frühjahr folgte zudem ein Besuch des akademischen Gymnasiums in Innsbruck – das als führende Internationale Schule in Österreich wohl ideale Vorzeigeprojekt: Hier werden bereits ab der ersten Klasse mindestens zwei Pflichtgegenstände auf Englisch unterrichtet. Weiters nehmen die 7. und 8. Klassen innerhalb des internationalen Zweigs am Diploma Programme des International Baccalaureate (IB) teil, womit neben der Matura auch mit dem IB abgeschlossen werden kann. 

Bereicherung für die Schullandschaft
Laut Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink ist die Errichtung einer Internationalen Schule für das gesamte Bildungssystem von besonderer Bedeutung und eine Bereicherung für die Schullandschaft in Vorarlberg: „Junge Menschen lernen während ihrer Zeit an der Internationalen Schule weltoffen, kommunikationsfreudig, sozial, forschend und reflektiert zu handeln. Persönlichkeitsbildung sowie die Förderung von Kreativität und sozialer Sprachenvielfalt haben einen hohen Stellenwert.“ Auch die kulturelle Vielfalt bereichere. Deutschsprachige Kinder aus der Region erreichen rasch ein exzellentes Englischniveau in allen angebotenen Fächern. Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache und internationalem Background bekommen ein modernes, englischsprachiges Schulangebot und erlernen die deutsche Sprache. „Dieses neue Angebot trägt natürlich auch dazu bei, dass internationale Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg gewonnen bzw. gehalten werden können“, führt die Landesstatthalterin aus. Eine weitere Zielgruppe seien aber auch aus Vorarlberg stammende Kinder, deren Eltern die Internationale Schule als attraktives Bildungsangebot erachten oder auch Interesse an längerfristigen Auslandseinsätzen haben könnten.

 Eine Frage von Standort und Fachkräftenachwuchs
Um den internationalen Anschluss auch mit entsprechenden Maßnahmen im heimischen Bildungssystem weiter zu stärken, gehe es nun darum, das vorliegende Konzept schnellstmöglich umzusetzen, sagt WKV-Präsident Wilfried Hopfner: „Bisher hatten wir eher ein bilinguales Stückwerk in Vorarlberg. In einzelnen Schulen gibt es durchaus wertvolle Angebote, in denen manche Fächer bilingual unterrichtet werden. Das ist allerdings nicht das, was unter einer Internationalen Schule zu verstehen ist: Denn bei der Internationalen Schule in der Riedenburg in Bregenz werden sich Unterricht und Lehrpläne nicht nur an nationalen, sondern auch an internationalen Standards orientieren.“ Zudem werde es mit dem International Baccalaureate einen Bildungsabschluss geben, der auch einen internationalen Anschluss ermöglicht. Die Rekrutierung insbesondere auch von internationalen Fachkräften ist und bleibt zentrales Thema der Unternehmen in Vorarlberg. „Deswegen ist ein international ausgerichtetes Bildungsangebot essenziell für die Fachkräfterekrutierung sowie für die innerbetriebliche Optimierung fremdsprachlicher und interkultureller Kompetenzen – und damit auch unerlässlich für eine deutliche Stärkung des Wirtschaftsstandorts Vorarlberg“, verdeutlicht Hopfner. 

Standort ist auf Internationalisierung angewiesen
Christian Zoll, Geschäftsführer der IV-Vorarlberg, sieht in der Internationalen Schule ein wichtiges Leuchtturmprojekt für Vorarlberg: „Die Internationale Schule ist ein Meilenstein in der Internationalisierung Vorarlbergs, von dem alle profitieren, allen voran die Kinder selbst. Wir kommen der Vision, Vorarlberg zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder zu machen, einen entscheidenden Schritt näher.“ Vor allem die erwartbaren Effekte für den Wirtschaftsstandort stimmen optimistisch, sagt Zoll: „Die demografische Entwicklung lässt keine Zweifel, dass ein moderner Standort auf Internationalisierung angewiesen ist. Einerseits stehen durch die neue Schule unserem Standort mehr international qualifizierte Menschen zur Verfügung, andererseits wird mehr ausländisches Top-Personal gewillt sein, nach Vorarlberg zu kommen, da deren Kinder eine internationale Ausbildung genießen können.“ Insofern käme diese Gründung auch zeitlich goldrichtig, denn die IV befindet sich gemeinsam mit der WKV mitten im Aufbau eines Expat-Service, der internationales Personal in Vorarlberg unterstützen und somit länger hier halten soll: „Expat-Service und Internationale Schule schlagen in dieselbe Kerbe, da beide Projekte dem Arbeitskräftemangel durch internationale Fachkräfte entschieden entgegenwirken werden.“

Orden sind internationale Player
Orden seien seit jeher internationale Player und agieren am Puls der Zeit, meint die Vorstandsvorsitzende der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) Maria Habersack: „Orden haben historisch gesehen ihre Schulen immer als Reaktion auf den jeweiligen gesellschaftlichen Bedarf ausgerichtet und innovative Bildungskonzepte angeboten. Die Gründung einer internationalen Schule an unserem Standort Sacré Coeur Riedenburg fügt sich demnach nahtlos in die Geschichte von Ordensschulen ein.“ Sacré Coeur stehe weltweit für werteorientierte und weltoffene Wissens- und Persönlichkeitsbildung junger Menschen. Das internationale Sacré Coeur-Netzwerk umfasse derzeit mehr als 150 Schulen in über dreißig Ländern. Alle Schulen arbeiten auf Basis der sogenannten „Five Goals“, den weltweit gültigen fünf Sacré-Coeur-Erziehungszielen. „Als Trägerverein der Sacré Coeur Schulen Riedenburg begrüßen wir das Projekt der Internationalen Schule, das in der Vorarlberger Bildungslandschaft eine Bedarfslücke schließt und zugleich ein Best Practice Beispiel für die Innovationsfreude und Zukunftsorientiertheit katholischer Privatschulen darstellt“, sagt Habersack.

Solides Konzept und idealer Standort
„Neben der langen Tradition des bilingualen Unterrichtes – verbunden mit dem sprachlichen Ausbildungsschwerpunkt an unserem Gymnasium – ist die langjährige Erfahrung mit dem Schüleraustausch dank unserem internationalen Sacré Coeur-Netzwerks ein wichtiger Grund, warum das Sacré Coeur Riedenburg der geeignete Standort für die Internationale Schule ist“, erklärt Maria Strolz, Direktorin des Sacré Coeur Riedenburg (Gymnasium und HLH). Das Internat und das Tagesheim seien zusammen mit der Volksschule Riedenburg Teil des Schulcampus, der eine weitere wichtige Grundlage für diesen Ausbildungsschwerpunkt bilde, führt Strolz aus. Das pädagogische Konzept hinter dem neuen schulischen Angebot beruht unter anderem auf folgenden Prinzipien: 

  • Schüler:innen sollen gezielt die Möglichkeiten bekommen, sich zu „global citizens“ zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen, empathisch und lösungsorientiert zu handeln.
  • Ein projektzentriertes Arbeiten und interdisziplinäre Fragestellungen im globalen Kontext sind die grundlegenden methodisch-didaktischen Ansätze.
  • Für die katholische Privatschule und Ordensschule des Sacré Coeur spielen Toleranz, Weltoffenheit und Respekt anderen Kulturen gegenüber eine zentrale Rolle. 

„Den Abschluss der Internationale Schule bilden die AHS-Matura und das IB-Diploma (IBD). Die Internationale Schule beginnt mit der 5. Schulstufe, ein Quereinstieg ist gegenwärtig nicht vorgesehen. Der AHS-Lehrplan bildet die Basis, das IB-Diploma wird ergänzend dazu angeboten und mit unserem Curriculum verknüpft“, betont Strolz. Das IB-Diploma ist ein international gültiger Schulabschluss und eröffnet den internationalen Zugang zu Universitäten und Hochschulen. Die in dieser Ausbildung erworbenen Skills und das Beherrschen der englischen Sprache auf hohem Niveau stellen weitere wichtige Grundlagen für einen internationalen Universitätsabschluss dar.

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