© Daniel Mauche

Energiekosten: „Handelsbetriebe rutschen in Verlustzone“

Für die Vorarlberger Händler:innen braucht es ebenfalls Unterstützungsmaßnahmen in Form eines Energiekostenzuschusses. „Viele heimische Betriebe machen bereits Verluste aufgrund der Energiekostensteigerungen“, warnen WKV-Präsident Wilfried Hopfner und Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel.

„Die Energiekostensituation nimmt bereits existenzbedrohende Ausmaße an. Viele Händler:innen können die Kostenexplosion nicht mehr alleine stemmen“, warnt Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) und führt aus: „Der Lebensmittelhandel ist aufgrund der erforderlichen Kühlungen besonders betroffen. Unterstützung benötigt aber der gesamte stationäre Handel.“ Denn die Gewinnmargen im Handel sind äußerst gering. Sie liegen von Branche zu Branche unterschiedlich zwischen einem und drei Prozent. „Gibt es auf der Kostenseite solche Herausforderungen wie derzeit, dann wird eine vorausschauende Planung unmöglich, manche Händler:innen rutschen dadurch sogar in die Verlustzone“, ergänzt Wirtschaftskammer Vorarlberg-Präsident Wilfried Hopfner. Die Umsätze liegen aktuell weit unter den Erwartungen, denn die Kauflaune der Kund:innen ist durch die aktuelle Situation eher gering. „Zudem können und wollen wir die derzeitige Kostensteigerung nicht gänzlich an die Kund:innen weitergeben“, sagt Pollhammer.

Stromkosten steigen exorbitant
Wie hoch die Kostensprünge sind, illustrierte der Bundesspartenobmann Rainer Trefelik bereits dieser Tage anhand mehrerer Beispiele: Bei einem Elektrohändler stiegen die Energiekosten von 500.000 Euro im Vorjahr auf 1,8 Millionen Euro heuer. Eine Modekette, die im Vorjahr Stromkosten von 150.000 Euro hatte, muss 2022 rund 800.000 Euro für Strom zahlen. Und bei einem Multibrandanbieter legten die Energiekosten von 2,1 Millionen auf stolze 11 Millionen Euro zu.

„Bislang wurde von Seiten der Bundesregierung nur ein Energiekostenzuschuss für Betriebe, deren Energie- und Strombeschaffungskosten auf mindestens drei Prozent des Produktionswertes belaufen, beschlossen. Diese Werte erreichen unsere heimischen Händler:innen nicht, dennoch braucht es auch für diese sowie die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe dringend Unterstützung hinsichtlich der Energiekosten“, fordert Wilfried Hopfner.

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