© VLMI/Wirtschaftskammer Vorarlberg

Bedeutung der Vorarlberger Lebensmittelindustrie wächst

Die Vorarlberger Lebensmittelindustrie zählt mit ihren bekannten Unternehmen und Marken mittlerweile zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Land. Gemeinsam erwirtschaften die 14 Betriebe in diesem Bereich jährlich mehr als eine Milliarde Euro und sind mit über 3.200 Beschäftigten ein bedeutender Faktor am Arbeitsmarkt in Vorarlberg. Vor kurzem trafen sich die Unternehmensvertreter:innen bei Rupp Käse in Hörbranz. Thema des Branchentreffens waren die aktuell sehr herausfordernde Wirtschaftslage sowie ein Austausch zu laufenden Entwicklungen in der Branche mit Vertreter:innen des Fachverbands der Lebensmittelindustrie Österreich.

In Vorarlberg zählen 14 mittlere und größere Unternehmen zur Lebensmittelindustrie. Darunter sind bekannte Marken und Betriebe in den Bereichen Backwaren, Tiefkühlprodukte, Milchprodukte, Fruchtsaftgetränke, Genussmittelhersteller oder etwa die heimischen Brauereien. Die Bandbreite reicht dabei von traditionellen Familienbetrieben bis hin zu weltweit tätigen Großunternehmen. Gemeinsam erwirtschaftet die Branche jährlich inzwischen mehr als eine Milliarde Euro oder rund 13 Prozent der gesamten Vorarlberger Industrieproduktion. Die Lebensmittelindustrie liegt damit an dritter Stelle nach den Maschinen und Metallwaren bzw. der Elektro- und Elektronikindustrie, aber noch vor den Bereichen Textil und Bekleidung oder Chemie, Holz und Papier. „Die Stärke der heimischen Lebensmittelproduzenten wird auch im Österreich-Vergleich deutlich“, wie Raimund Wachter, Obmann der Fachvertretung Lebensmittelindustrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg, betont und er ergänzt: „Für ein verhältnismäßig kleines Land wie unseres erreichen wir hier einen absoluten Spitzenwert. In Bezug auf die gesamte österreichweite Nahrungsmittel- und Getränkeproduktion liegt der Vorarlberger Anteil nämlich bei 10,5 Prozent im Jahr 2020.“ 

Aktuelle Herausforderungen
Regelmäßig treffen sich die Unternehmensvertreter:innen der Lebensmittelbetriebe innerhalb der Fachvertretung der Vorarlberger Wirtschaftskammer. Vor kurzem fanden sie sich bei Rupp Käse in Hörbranz ein und dieses Mal gemeinsam mit dem Fachverband Lebensmittelindustrie der Wirtschaftskammer Österreich. Neben dem fachlichen Austausch waren die aktuell enormen wirtschaftlichen Herausforderungen zentrales Thema, also etwa die rasant gestiegenen und immer noch steigenden Rohstoff- und Energiepreise oder die hohe Inflation. Dazu Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbands der Lebensmittelindustrie der WKÖ: „Die Bedeutung und Krisensicherheit der heimischen Lebensmittelindustrie wurden gerade während der Corona-Pandemie deutlich. Die Unternehmen konnten trotz vieler Herausforderungen die Versorgung mit Lebensmitteln zu jeder Zeit sicherstellen. Die aktuelle Inflationswelle bringt jedoch viele Betriebe wirtschaftlich an ihre Grenzen, da nicht alle Kostensteigerungen einfach an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden können. Die Politik hat daher für die Energie-Versorgungssicherheit der Lebensmittelbranche zu sorgen. Sie ist hier dringend gefordert, rasch zu handeln und vor allem die hohen Gas- und Energiepreise zu begrenzen.“ 

Regionaler Wertschöpfungs- und Jobmotor Lebensmittelindustrie
„Eine stabile Entwicklung der Branche sollte im Interesse aller sein, denn die Wertschöpfung und damit die Stärke der heimischen Lebensmittelindustrie ist weitaus größer, als viele annehmen“, so Wachter weiter. Die Branche beeinflusst über unterschiedliche Vorleistungen nahezu alle Wirtschaftsbereiche: Neben der Nahrungsmittel-, Getränke- bzw. Genussmittelherstellung sind dies auch andere Sektoren wie die Landwirtschaft, der Handel, die Gastronomie und Hotellerie oder die Logistik und der Transport. Mit insgesamt 3.257 Beschäftigten per Ende Jänner 2022 ist die Vorarlberger Lebensmittelindustrie außerdem ein wichtiger Jobmotor im Land – Tendenz steigend. Dazu kommen derzeit zahlreiche offene Stellen für die verschiedensten Berufe. „Außerdem führt in der Lebensmittelindustrie jeder Arbeitsplatz zur Schaffung und Sicherung von weiteren zwei Arbeitsplätzen in Österreich – das liegt über dem allgemeinen Durchschnitt von 1,5 bis 1,8“, weiß Katharina Koßdorff. 

Arbeiten in der Lebensmittelindustrie
Österreichweit gibt es rund 200 Betriebe und 27.000 Beschäftigte in der Lebensmittelindustrie. Dabei bietet die Branche eine große Vielfalt an Berufsbildern und Lehrstellen. „Neben den bekannten Tätigkeiten in der Verwaltung oder im Vertrieb gibt es bei uns sehr branchenspezifische Jobs und Lehrberufe wie etwa Lebensmitteltechnik, Brau- und Getränketechnik, Milchtechnologie oder eben Bäcker bzw. Bäckerin. Genauso gibt es aber auch zahlreiche Beschäftigte in den Bereichen Elektro- und Metalltechnik, Lager/Logistik, IT-Technik, Produktion oder Prozesstechnik“, erklärt Wachter. Um auf die vielfältigen Jobmöglichkeiten in der Branche aufmerksam zu machen, betreibt die Fachvertretung in der Vorarlberger Wirtschaftskammer unter der Geschäftsführung von Georg Müller die Arbeitskräfteinitiative „Lebe den Genuss – Arbeiten in der Vorarlberger Lebensmittelindustrie“ – Details dazu beispielsweise unter www.vlmi.at und auf Instagram (schaffa_go).

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