Carina Pollhammer
© Helge Kirchberger Photography.

Zahlen des Weihnachtsgeschäfts belegen desaströse Lage im Handel – 2G muss fallen

„Wir brauchen jetzt ein klares Zeichen für geänderte Maßnahmen“, fordert Spartenobfrau Carina Pollhammer: „Mit der Aufhebung des Lockdowns für Ungeimpfte und einer Beibehaltung von 2G, werden diese nun legal ihre Einkäufe im benachbarten Ausland tätigen, während die heimischen Betriebe massive Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent erleiden.“ 

Vor allem der Handel mit Mode und Freizeitartikeln verzeichnete im so wichtigen Weihnachtsgeschäft gravierende Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent. In den Branchen ausgenommen der Grundversorgung sind die Einnahmen gegenüber 2019 um 23 Prozent gesunken.

Mit Einführung der Impflicht am 1. Februar müsse daher die 2G-Regelung und der damit einhergehende Eingriff in die Erwerbsfreiheit für den gesamten Handel fallen. Diese sei auch aus epidemiologischer Sicht nicht mehr tragbar, betont Pollhammer und konkretisiert: „Die aktuellen Zahlen der AGES aus den Kalenderwochen eins und zwei belegen, dass es keine Clusterbildung im Handel gibt, die Ansteckung liegt bei 0,1 Prozent. Die Ansteckungen im privaten Haushalt liegen im Vergleich dazu bei über 87 Prozent. Der Handel ist dank dem verpflichtenden Tragen einer FFP2-Maske sicher.“ Den hohen Schutz der FFP2-Maske belegt auch eine kürzlich veröffentlichte Studie des Max-Planck-Instituts.  

Zurückhaltende Vorgehensweise muss ein Ende haben

Für die zurückhaltende Vorgehensweise seitens der Politik haben die Vertreter:innen der Sparte Handel kaum Verständnis. „Omikron ist zwar infektiöser, wie aber die Belegungen in den Krankenhäusern zeigen, verläuft diese Variante deutlich milder. Das bestätigen auch die Expert:innen der GECKO-Kommission. Ein Abschätzen der Auswirkungen auf das Gesundheitssystem sollte also durchaus jetzt schon möglich sein“, betont die Spartenobfrau und richtet einen klaren Appell an die Politik: „Der heimische Handel hat keine zwei Wochen Zeit mehr, wir brauchen jetzt mutige Entscheidungen, die längst überfällig sind! Wir sind daher froh um die Unterstützung durch Landeshauptmann Wallner, der im ORF-Interview ebenfalls für die Aufhebung der 2G-Regelung plädiert. Wallner hatte bereits im vergangenen Jahr mit der Entscheidung zur Modellregion Vorarlberg Mut bewiesen.“ 

Einkaufsströme verlagern sich ins benachbarte Ausland

Bereits seit Beginn des Lockdowns für Ungeimpfte verlagern sich die Einkaufsströme in Richtung Schweiz, wo keine Eintrittsbeschränkungen für den Handel herrschen. Mit dem heutigen Tag fällt auch in Bayern die 2G-Regelung im gesamten Handel. „Wenn mit Montag der Lockdown für Ungeimpfte beendet ist, können diese Personen ganz legal zum Beispiel in Lindau ihre Einkäufe erledigen, jedoch nicht bei uns und unsere Händler:innen kämpfen weiterhin mit Umsatzverlusten von bis zu 80 Prozent“, skizziert die Spartenobfrau die schwierige Lage: „Da die Hilfen erst ab einem Umsatzverlust von über 40 Prozent - und dann nur im Ausmaß von 10 bis 40 Prozent des Verlustes - greifen, bleiben viele unserer heimischen Händler:innen auf ihren Verlusten sitzen. Viele unserer Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht, die verfügbaren Hilfen müssen daher dringend angepasst und aufgestockt werden! Es würde schon helfen, wenn die Förderbedingungen von November und Dezember vergangenen Jahres weitergeführt würden, also eine Unterstützung ab einem Umsatzrückgang von 30 Prozent.“

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