Wohnungsmarkt
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Wohnungsmarkt entwickelt sich dynamisch

Die Corona-Pandemie und die wiederholten Lockdowns haben deutliche Spuren am Wohnungsmarkt hinterlassen und Anforderungen an Wohnungen und Wohnhäuser verändert.

Das ist eines der Hauptergebnisse des Ländle-Reports zum Grundstücks- und Wohnimmobilienmarkt 2021, der im Auftrag der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Vorarlberg erstellt wurde. Auch die starke Preisdynamik hielt im Krisenjahr an, Vorarlberg zählt nach Wien und Innsbruck zu den preisintensivsten Regionen. 

Der Rückgang der jungen Haushalte als Interessenten für Eigentum, die immer wichtiger werdende Verbindung von Wohnen und Pflege und die Kapitalstärke der älteren Generation zählen aus wohnungswirtschaftlicher Sicht zu den wichtigsten demographischen Entwicklungen der letzten zehn Jahre. Hinzu kommen krisenbedingt neue Entwicklungen wie Home-Office oder der Wunsch nach größeren Wohnungen mit mehr Freiraum. Die Verwerfungen in der Altersstruktur haben zunehmend stärkere Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Die gesellschaftliche Alterung mit sämtlichen dazugehörenden Ausformulierungen ist der dominante Trend der kommenden Jahrzehnte. „Die stark wachsende Gruppe des kapitalstarken älteren Personenkreises bietet große Potenziale am Wohnungsmarkt. Hier gilt es, frühzeitig entsprechend mit neuen Produktentwicklungen zu reagieren“, erklärt Günther Ammann, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder. 

Im österreichischen Spitzenfeld

Vorarlberg ist nach Wien nicht nur das Bundesland mit der größten Besiedelungsdichte, sondern auch das am schnellsten wachsende. Gemäß vorliegenden Prognosen wird 2021 die 400.000-Einwohner-Marke überschritten. Damit einhergehend ist die Tatsache, dass die Kapitalkraft der Vorarlberger Haushalte in Kombination mit günstigen Finanzierungsbedingungen auch im Krisenjahr 2020 zu einer überdurchschnittlichen Neubauleistung geführt hat. Trotz der hohen Grundstückpreise und Baukosten wurden heuer so viele Eigenheime wie seit 15 Jahren nicht mehr bewilligt. Gleichzeitig ist ein Rückgang bei der Wohnbauförderung festzustellen. „Während in den 1990er-Jahren die Inanspruchnahme des Landgeldes die Regel war, werden mittlerweile drei von vier Eigenheimen ohne Förderung errichtet. Ein Großteil der Käufer:innen muss heute in der Lage sein, die Wohnbaufinanzierung ohne staatliche Hilfe zu stemmen. Im Hinblick auf die Anschaffung von Eigentum sowie der Verhinderung von Altersarmut bedarf es einer gesellschaftspolitischen Lösung dieser Frage“, sagt Hilmar Müller, Geschäftsführer der Bauinnung Vorarlberg.  

Urbanes Rheintal

Auf Basis der Ergebnisse des Reports geht Studienautor Wolfgang Amann davon aus, dass die Entwicklung des Rheintals weiter in Richtung einer zusammenhängenden Stadt mit nur beschränkter Verfügbarkeit von Siedlungsraum gehen wird. Eine größere Bereitschaft zu Verdichtungen einerseits und der Schutz von Naturräumen andererseits werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Eine wachsende Selbstwahrnehmung als pulsierende urbane Struktur in Vorarlberg wird zu neuen Impulsen mit hohen Qualitätsansprüchen auf dem Wohnungsmarkt führen.

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