Carina Pollhammer
© Helge Kirchberger Photography.

Vorarlbergs Händler können ihre Umsätze deutlich steigern

Mit einer Steigerung von 10,5 Prozent im Vorjahresvergleich fällt die Halbjahresbilanz der Vorarlberger Handelsbetriebe im Schnitt positiv aus. In einigen Bereichen gelang es sogar das Vorkrisenniveau von 2019 zu erreichen, andere hingegen liegen noch weit hinter diesem Ziel zurück.

Der Vorarlberger Handel, inklusive Groß- und Kfz-Handel, hat im Zeitraum Jänner bis Mai 2021 den Vorjahresumsatz um 10,5 Prozent übertroffen. Im Einzelhandel sind die Umsatzerlöse laut dem aktuellen Konjunkturbericht des Economica Instituts für das erste Halbjahr 2021 um 5,3 Prozent im Vergleich mit 2020 gestiegen. „Die Lockdown bedingten Umsatzrückgänge im Handel konnten erfreulicherweise ausgeglichen werden. Allerdings gibt es in einigen Bereichen noch Aufholbedarf“, informiert Carina Pollhammer, Obfrau der Sparte Handel, und konkretisiert: „Im Bekleidungs- sowie Schuhhandel ist der Restart leider noch nicht gelungen, die Umsätze liegen österreichweit nach wie vor mehr als 20 Prozent zurück; auch der Schmuckhandel, der Spielwaren- und Sportartikelhandel sowie der Bücher- und Zeitschriftenhandel erreichten bislang nicht das Umsatzniveau von 2019.“ Im Bundesländervergleich fällt die Zuwachsrate in Vorarlberg, wie auch in Salzburg und Tirol, nicht zuletzt aufgrund der ausbleibenden Touristen deutlich geringer aus. Auch der Einkaufstourismus hat unter den geschlossenen Grenzen gelitten, diese Einbußen konnten noch nicht wieder aufgeholt werden. Zudem muss die positive Bilanz insofern relativiert werden, dass auch jene Branchen, die an ihre erfolgreichen Umsätze aus 2019 anknüpfen konnten, die starken Umsatzverluste im Jahr 2020 nicht wettmachen konnten. „Diese Umsätze sind verloren. Das Ziel muss es nun sein, die Geschäfte wieder langfristig abzusichern“, betont Carina Pollhammer. Umso wichtiger sei, dass die vielversprechende Prognose des Economica Instituts für das zweite Halbjahr auch eintreffe. Allerdings könnte sich das aktuelle Infektionsgeschehen erneut negativ bemerkbar machen, warnt die Spartenobfrau.

Groß- und Kfz-Handel

Mit einem Plus von 7,6 Prozent konnten Vorarlbergs Großhandelsbetriebe ein gutes Ergebnis für den Zeitraum Jänner bis März 2021 erzielen. Der Fachgroßhandel (Großhandel mit Erzen, Metallen, Baustoffen, chemischen Erzeugnissen etc.) und der Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern (Bekleidung, Elektro, Erzeugnisse, Möbel etc.) haben sogar das Vorkrisenniveau erreicht bzw. übertroffen. „Aufholbedarf gibt es aber noch beim Großhandel mit Lebensmitteln, dieser resultiert aus dem fehlenden Absatz durch die in den ersten Monaten geschlossene Gastronomie und Hotellerie“, erklärt die Spartenobfrau. Mit Abstand am deutlichsten fällt der Umsatzanstieg mit 28,5 Prozent in der Kfz-Wirtschaft aus. „Die NoVA-Erhöhung mit Juli 2021 hat dazu geführt, dass viele Privatpersonen, aber auch Unternehmen, Vorziehkäufe getätigt haben“, sieht Carina Pollhammer einen Grund für das deutliche Umsatzplus, aber auch die vielen Kfz-Neuzulassungen tragen zum Wachstum bei.

Erholung am Arbeitsmarkt im Handel

Trotz des fehlenden Wintertourismus lässt sich eine positive Entwicklung hinsichtlich der Beschäftigungszahlen verzeichnen. „Wir konnten ein Plus von 1,1 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr erzielen. Dieser positive Trend gilt vor allem für den Einzel- und den Großhandel, im Kfz-Handel müssen wir für das erste Halbjahr noch ein kleines Minus verzeichnen“, erklärt Carina Pollhammer. 

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