© Eva Sutter

Vorarlberger Start-ups ergreifen Chancen

Die beiden im Jahr 2020 durchgeführten Start-up-Barometer zeichnen ein durchwegs positives Stimmungsbild in der heimischen Start-up-Szene.

Dank digitalem Vorsprung und guten Rahmenbedingungen auf dem Weg zum Startupland: Insgesamt 1.200 Unternehmens-Neugründungen in Vorarlberg zeigen, dass die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts stetig steigt. Unter den Start-up-Neugründungen kommt dabei ein Großteil aus dem Digitalbereich und kann aufgrund der hohen Nachfrage ihre Chancen trotz Krise ideal nutzen. Die beiden im Jahr 2020 durchgeführten Start-up-Barometer zeichnen ein durchwegs positives Stimmungsbild in der heimischen Start-up-Szene und geben zusätzlich Aufschluss über Standortvorteile, Möglichkeiten und Herausforderungen. 

Die Initiative Startupland führte 2020 zwei Umfragen durch. Ziel des Startupland-Barometers ist es, neben dem Aufzeigen des Vorarlberger Ökosystems ein Stimmungsbild innerhalb der regionalen Start-up-Szene zu zeichnen. Die Befragungen fanden im März 2020 kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie sowie im Dezember 2020 statt. Unter allen 100 Teilnehmenden zeigt sich eine positive und optimistische Grundhaltung – insbesondere dank flexibler Unternehmensstrukturen und eines digitalen Vorsprungs. „Startupland hat 2018 bei null begonnen und nun sehen wir anhand der Zahlen, wie sich die Rahmenbedingungen für die Start-ups in Vorarlberg seither verbessert haben. Bemerkenswert ist zudem, dass dieser Trend gleich aus beiden im Jahr 2020 durchgeführten Umfragen hervorgeht. Das zeigt uns, dass Start-ups auch in herausfordernden Zeiten weiterhin nach vorne schauen und an ihren Projekten dranbleiben“, zeigt sich Startupland-Leiterin Julia Grahammer erfreut. 

Gründungsboom in Vorarlberg

Insgesamt 1.200 Neugründungen gab es 2020 im Land – gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um mehr als elf Prozent, was Vorarlberg in Sachen Gründungen zum österreichweiten Spitzenreiter macht. Der Großteil der in Vorarlberg ansässigen Start-ups ist mit digitalem Fokus unterwegs. „Digitale Produkte und Services sind gefragter denn je“, erklärt Thomas Gabriel, Mitinitiator von Startupland Vorarlberg. „Viele Start-ups haben die vergangenen Monate genutzt, um ihre digitalen Geschäftsmodelle voranzutreiben. Der große Vorteil von Start-ups liegt darin, dass sie keine Altlasten mitbringen und sich nicht in starren Strukturen befinden. Damit können sie sich flexibel an aktuelle Gegebenheiten anpassen“, sagt Gabriel. 

Hohe Relevanz des Standorts

Zu den Kernaufgaben von Startupland zählt, junge Teams beim Aufbau zu unterstützen und optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Aus der Barometer-Umfrage geht dazu hervor, dass die Relevanz des Standortes insgesamt gestiegen ist. Ein Großteil der Befragten gibt an, dass in Vorarlberg gute Rahmenbedingungen für Startup-Gründungen bestehen. Büro-Infrastruktur und Beratungsangebote werden beispielsweise als besonders positiv eingestuft. Der Barometer zeigt zudem, dass es derzeit einen guten Zugang zu qualifizierten Mitarbeitenden gibt. 

Auf dem Weg zum Startupland

Trotz anhaltender Corona-Krise, ist ein Großteil der Befragten optimistisch hinsichtlich der eigenen längerfristigen Geschäftsentwicklung. Zwar geben rund 60 Prozent an, einen negativen Einfluss auf ihr Unternehmen gespürt zu haben, ein großer Teil arbeitet jedoch bereits an neuen Lösungen oder Ideen. Lediglich ein Drittel der Befragten nahmen Corona-Hilfen in Anspruch, wovon 90 Prozent angeben, dass die Unterstützungsleistungen geholfen haben. „Besonders erfreulich ist, dass aus beiden Umfragen – vor und während der Corona-Krise – identische Ergebnisse zu Optimismus und Entwicklung hervorgehen. Das ist ein wichtiges Indiz dafür, dass unter den heimischen Startups große Zuversicht herrscht“, sagt Grahammer. 

Was bringt 2021?

„Startupland hat sich seit der Gründung im Jahr 2018 zu einer bedeutenden Anlaufstelle für Startups in Vorarlberg entwickelt. Auch die Politik hat erkannt, wie wichtig es ist, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen. 2021 möchten wir diesen Weg gemeinsam weitergehen und ausbauen, weiterhin für Sichtbarkeit für Startups sorgen und die Plattform Startupland weiter ausbauen“, so Grahammer abschließend.

Weitere Newsmeldungen

Andreas Gapp

Der 3-G-Winter kann kommen – gewohnt und doch neu

Die Verordnung für die kommende Wintersaison ist da und damit die Gewissheit: Die 3-G-Regelung, die mittlerweile zum gewohnten Alltag gehört, wird nun auch erstmals Einzug in die Skigebiete halten. Das wird nicht zuletzt auch von den Gästen selbst erwartet, die nach entsprechender Sicherheit verlangen. Und obwohl sich die Seilbahnwirtschaft einig ist, dass manche Details praktikabler gestaltet sein könnten, ist man in erster Linie froh, endlich Klarheit zu haben und entsprechend planen zu können. 

22.10.2021
Mehr lesen
Wertschöpfungsstudie Tourismus Vorarlberg

Tourismus mit 3,8 Mrd. Euro Regionalprodukt unverzichtbar für die Vorarlberger Wirtschaft

Mit rund 3,8 Mrd. Euro Bruttoregionalprodukt im Tourismusjahr 2018/19 hat die Vorarlberger Tourismuswirtschaft - bis zum Einbruch aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 - zu etwa 20 Prozent zur Wertschöpfung des Landes beigetragen. 85 Prozent dieses Gesamteffektes fielen direkt in Vorarlberg an und rund 31.000 Vollzeitarbeitsplätze* waren regional mit dieser Wirtschaftsleistung verbunden. Im selben Zeitraum wurden vom Tourismus 1,513 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben erbracht. Die vorliegende Studie wurde unter Leitung von Dr. Friedrich Schneider von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) im Rahmen des Prozesses zur Entwicklung der Tourismusstrategie 2030 erstellt. 

22.10.2021
Mehr lesen
MINT

Beste Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche

Vor zwei Jahren haben Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg sowie Bildungsdirektion und BIFO gemeinsam die MINT-Strategie Vorarlberg (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) auf den Weg gebracht, um junge Menschen verstärkt für diese Fächer zu begeistern. Jährlich stattfindende MINT-Festivals dienen der Standortbestimmung. Dabei werden aktuelle Projekte und Angebote vorgestellt und Organisationen vernetzt. Das 2. MINT-Festival am Donnerstag, 21. Oktober 2021 fand – wie schon die Premiere im letzten Jahr – in virtueller Form statt. Andrea Huber, MINT Koordinatorin im BIFO, hat wieder Gäste aus Politik, Wirtschaft, Schulen und Elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen sowie Museen und aus den MINT-Regionen eingeladen, um gemeinsam über Stand und weitere Umsetzung der MINT-Strategie zu informieren und zu beraten.

21.10.2021
Mehr lesen