Handel Öffnung
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Vorarlberger Handel begrüßt Öffnung mit 8. Februar

Carina Pollhammer, Sparten-Obfrau in der WKV zeigt sich erfreut über den „Restart“ des  Handels am Montag. „Die Zahlen des vergangenen Jahres zeigen, wie dringend die Branche eine Öffnung braucht.“

Der heimische Handel wird ab dem 8. Februar unter strengen Auflagen geöffnet: Zwanzig-Quadratmeter Beschränkung pro Kunde, Einhalten des Sicherheitsabstandes von zwei Metern sowie verpflichtendes Tragen einer FFP2-Maske in den Geschäften. „Wir tragen die Sicherheitsmaßnahmen der Regierung selbstverständlich mit, denn die Gesundheit unserer Mitarbeiter/-innen und Kund/-innen hat für uns oberste Priorität“, betont Carina Pollhammer und führt aus: „Das Ende des harten Lockdowns ist ein erster Schritt zurück in die Normalität und bringt etwas mehr Freiheit und Perspektive für die Bevölkerung und die Händler/-innen.“ Zudem weist die Spartenobfrau darauf hin, dass der Handel aufgrund der kurzen Verweildauer und des losen Kundenkontakts ohnehin nie Hotspot für Corona-Cluster gewesen sei und appelliert an die Eigenverantwortung: „Jetzt kommt es darauf an, dass sich jeder Einzelne an die Sicherheits- und Hygienekonzepte hält, denn nur so können wir verhindern, dass es erneut zu einschneidenden Maßnahmen kommt!“ Zur Vermeidung von großen Kundenströmen ist es laut Spartenobfrau Pollhammer auch wichtig, die während des Lockdowns begonnenen bzw. forcierten Online-Services sowie die Möglichkeit des Click & Collect weiterhin für Kunden/-innen anzubieten.  

Bilanz 2020

Das vergangene Jahr war ab März von den Auswirkungen der Corona-Krise geprägt, vor allem die behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie stellten den Vorarlberger Einzelhandel vor Herausforderungen. „Im Zuge der Lockdowns mussten jene Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung nötig sind, von März bis April sowie im November und Dezember geschlossen halten. Dadurch waren sowohl das Oster- als auch das Weihnachtsgeschäft stark eingeschränkt“, informiert Carina Pollhammer. In diesen Branchen des stationären Einzelhandels beträgt der Umsatzrückgang 2020 rund elf Prozent im Vergleich mit 2019. 

Umsatzentwicklung Jänner bis Dezember 2020

Die Grafik zur Umsatzentwicklung des stationären Handels nach Monaten spiegelt die Corona-bedingten Schließungen klar wider. Nach einem guten Start zu Jahresbeginn, kam es im März und April zu gravierenden Umsatzeinbrüchen. Von Mai bis Oktober zeichnete sich eine leichte Erholung ab. Allerdings sind die Zuwächse in den Monaten Mai, Juli, September und Oktober laut KMU Forschung Austria deutlich vom Einzelhandel mit Lebensmitteln getragen. Als Folge von Lockdown zwei und drei kam es im November und Dezember neuerlich zu Umsatzeinbußen.

Besonders betroffene Branchen des stationären Einzelhandels

Die Konjunkturerhebung im stationären Einzelhandel 2020 der KMU Forschung Austria zeigt, dass sich die behördlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sehr stark auf den Einzelhandel mit Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, Uhren und Schmuck sowie mit Spielwaren und Möbeln auswirkte. Ebenfalls stark betroffen war der Handel mit Sportartikeln. Beim heimischen Fahrzeughandel machen sich die Auswirkungen des Lockdowns ebenfalls massiv bemerkbar. Zudem wird die angespannte Situation durch die Erhöhung der NoVA weiter verstärkt.

„Neben diesen Branchen, die in ganz Österreich große Einbußen hinnehmen mussten, traf es natürlich insbesondere den stationären Einzelhandel in Tourismusgebieten“, sagt Carina Pollhammer und erläutert: „Durch die ausbleibenden Touristen haben diese Betriebe einen Umsatzverlust von bis zu 90 Prozent. Viele kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz.“ 

Arbeitsmarktsituation stationärer Einzelhandel

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der Einzelhandel in Vorarlberg im vergangenen Jahr rund 14.600 Mitarbeiter, das ist ein Rückgang von einem Prozent im Vergleich zu 2019. Allerdings ist zu beachten, dass der Lebensmitteleinzelhandel vielerorts Mitarbeiter aufstocken musste, um den gesteigerten Bedarf zu decken. Bei den Betrieben, die aufgrund der behördlichen Maßnahmen geschlossen halten mussten, kam es zu Kündigungen und vor allem zur Anwendung des Kurzarbeitsmodells. Im vergangenen Jahr waren 2.500 Personen im stationären Handel in Kurzarbeit. „Es zeigt sich, dass der Handel auch in diesen herausfordernden Zeiten versucht hat, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Kurzarbeit zu halten. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass genaue jene, die jetzt in Kurzarbeit sind, stark gefährdet sind, doch noch aufgrund der Pandemie ihren Job zu verlieren“, warnt Spartenobfrau Pollhammer. Gerade hinsichtlich des Haltens der Mitarbeiter/-innen in den Geschäften sei die Öffnung mit 8. Februar essenziell. 


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