Seilbahntagung
© Mauche Daniel

Seilbahnen: Optimismus und Flexibilität sind gefragt

Im Rahmen der 52. Vorarlberger Seilbahntagung wurden kürzlich aktuelle Entwicklungen sowie Chancen und Perspektiven der Branche erörtert. Die Veranstaltung wurde Corona-bedingt live übertragen.

Die vergangenen Wochen und Monate waren für die Vorarlberger Seilbahnunternehmen eine große Herausforderung: Unsichere Entwicklungen in Sachen Covid-19-Verordnungen und ein zu erwartendes drastisches Umsatzminus aufgrund ausbleibender Wintersportgäste aus dem Ausland waren nebst einem von den Medien befeuerten Image-Schaden dominierende Themen. Im Rahmen der gemeinsam erarbeiteten Strategie „Winterkodex Vorarlberg. Sicher ein guter Winter“ hätten die Betriebe allerdings ein „gehöriges Maß an Umsicht und vor allem größtes Verantwortungsbewusstsein an den Tag gelegt“, wie Tourismuslandesrat Christian Gantner bei der Podiumsdiskussion betonte. Besonders die Öffnung zu Weihnachten sei ein wichtiger Schritt gewesen, der vor allem auch dokumentierte, wie mutig und entschlossen die Branche agiert und wie viel Flexibilität in der angespannten Situation aufgebracht wurde.

Angebot ausbauen

Im Fokus der Diskussion standen nicht nur die Herausforderungen der Corona-Pandemie, sondern auch Chancen und Perspektiven für die Branche sowie ein Ausblick in Richtung bevorstehende Sommersaison. „Wir hoffen auf eine gute Saison“, sagte Andreas Gapp, Obmann der Vorarlberger Seilbahnen, und führte aus: „Die Kundenbedürfnisse haben sich durch Corona geändert, was neue Anforderungen, aber auch neue Chancen mit sich bringt. Hier müssen wir uns frühzeitig aufstellen.“ Denn für die Begeisterung der Gäste brauche es zusätzliche Erlebnis-Leistungen, durch die man sich von anderen Destinationen abheben könne. „Wenn es um eine gezielte Angebotskonzeption geht, dann bietet vor allem auch die Digitalisierung Möglichkeiten, wie wir aus dem Kundenverhalten lernen können. Die Seilbahnen sind von jeher Pioniere. Den Sprung in die digitale Welt werden wir aktiv gestalten“, zeigte sich Gapp zuversichtlich. Die Herausforderung werde sein, „die Erlebnis-Leistungen gerade heuer zwischen den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen nicht zu vergessen“, betonte Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus.

Perspektiven schaffen

In Sachen „Tourismusgesinnung“ wünscht sich Gapp ein sachliches und klares Vorgehen, und zwar ein Gemeinsames. „Für gewisse Bereiche ist der Tourismus in Vorarlberg systemrelevant. Zu erkennen, dass wir alle – Seilbahnen, Hoteliers, Gastronomen, aber auch Handwerker, Händler, bis hin zum Landwirt – ein wichtiger Teil des Tourismus sind, das ist das Gebot der Stunde“, sagte Gapp. „Jede touristische Infrastruktur ist auch eine Infrastruktur für die Einheimischen und macht die Regionen lebenswerter. Wir müssen aktiv zeigen, welche Lebensqualität uns der Tourismus bringt“, betonte Landesrat Gantner. Daher sei es auch besonders wichtig, die Einheimischen „stärker zu involvieren und hinter die Kulissen blicken zu lassen, um ein breiteres Verständnis für die Tourismuswirtschaft zu schaffen“, ergänzte Schützinger. Rund 15.000 Menschen sind im heimischen Tourismus beschäftigt. Diese wichtigen Arbeitsplätze gilt es mit aller Kraft zu sichern. Es reiche nicht, „nur“ zu beweisen, dass der Tourismus ein sicherer Arbeitgeber ist, sondern es brauche auch flexiblere Rollenbilder für dessen Arbeitswelt, waren sich die Teilnehmenden einig. „Deswegen ist es auch besonders wichtig, dass wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter voranbringen“, resümierte Gapp.

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