Wirtschaftskammer Vorarlberg
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Kochers Reformankündigung ist der richtige Schritt

WKV-Präsident Hans Peter Metzler begrüßt angekündigten Reformdialog des Arbeitsministers.

Die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit ist massiv angestiegen. Da stelle sich die Frage, warum etwa Deutschland und die Schweiz sinkende Zahlen aufweisen könne, „wir aber nicht?“, fragt sich WKV-Präsident Hans Peter Metzler. Betrachtet man die Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld im 1-Jahres-Zeitraum ist sie gegenüber anderen Ländern relativ niedrig. Dehnt man aber den Betrachtungszeitraum auf fünf Jahre aus, haben wir neben Irland und Belgien die höchste Nettoersatzrate in Europa. Andere Länder senken sie sukzessive über die Jahre. Das soll auch den Anreiz erhöhen, ein Beschäftigungsangebot anzunehmen. „Bei einem nahezu gleichbleibenden Arbeitslosengeld über einen längeren Zeitraum besteht die Gefahr, dass manche sich mit ihrer Arbeitslosigkeit arrangieren bzw. mit der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle zu lange zuwarten und so in die Langzeitarbeitslosigkeit abrutschen. Genau das soll aber möglichst verhindert werden. Ein Blick über den Tellerrand hinaus würde uns guttun“, sagt der Wirtschaftskammer-Präsident. Der angekündigte Reformdialog von Arbeitsminister Martin Kocher sei daher sehr zu begrüßen, ebenso die klare Haltung von Landeshauptmann Markus Wallner in dieser Frage.

Degressives Arbeistlosengeld

Eine degressive Staffelung des Arbeitslosengeldes, das heißt eine aufkommensneutrale Erhöhung in den ersten drei Monaten und Absenkung nach dem dritten und dem sechsten Monat, hält Metzler für dringend notwendig. Metzler: „Arbeitsmarktpolitik ist nicht dazu da, Arbeitslose vor der Arbeit zu schützen, sondern Arbeitslosigkeit so schnell wie möglich abzubauen und den Betroffenen zu helfen, praxisnahe Qualifikationen zu erwerben, die gebraucht werden.“

Man müsse auch offen darüber reden, ob Nebenjobs von Arbeitslosen nicht doch eher deren Arbeitslosigkeit zementieren. „Unsere Unternehmen klagen über einen Mangel an Arbeitskräften, in allen Bereichen. Die Rekordzahl an offenen Stellen bei hoher Arbeitslosigkeit offenbart die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt. Solange es in unserem Land oftmals noch lukrativer ist, die staatlichen Unterstützungsleistungen mit Nebenjobs aufzubessern, als aktiv am Erwerbsleben teilzunehmen, herrscht aus meiner Sicht Handlungsbedarf“, betont Präsident Metzler.

Mobilitätsanreize

Der WKV-Präsident wünscht sich auch Anreize für mehr Mobilität. „Warum ist das Menschen aus anderen Ländern zumutbar, aber nicht etwa Personen aus Wien? Wir würden mehr Flexibilität sehr begrüßen.“ Es gehe um gezielte Maßnahmen und Unterstützung, bevor Menschen in die Langzeitarbeitslosigkeit abrutschen. Dies solle insbesondere durch den Ausbau der überregionalen Vermittlung erfolgen.

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