Präsident Hans Peter Metzler
© Frederick Sams

Impfstrategie konsequent umsetzen und Handel am 8. Februar öffnen

Der Expertenstab der Wirtschaftskammer und des Landes hat sich bei seinem neunten Treffen mit der Impfstrategie des Landes befasst. Das Treffen fand im Landhaus unter Beisein von Landeshauptmann Markus Wallner unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen statt. „Wir pochen auf eine konsequente Umsetzung der Impfstrategie, mehr Planungssicherheit für die Betriebe und eine kontrollierte Öffnung des Handels am 8. Februar“, sagte Präsident Hans Peter Metzler.

„Die weiterhin wichtigste Forderung an die Politik ist und bleibt die Planungssicherheit. Impfen und flächendeckende Tests sind aktuell die zentralen Maßnahmen zur Normalisierung“, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler. Metzler hofft auf eine konsequente Umsetzung der Impfstrategie des Landes und eine stärkere Berücksichtigung von Schlüsselarbeitskräften bei den Impf-Priorisierungen. 

Vorarlbergs Betriebe hätten seit Beginn der Pandemie viel geleistet und Präventions- und Sicherheitskonzepte umgesetzt. Zudem wurden betriebliche Testmöglichkeiten eingerichtet und die Unternehmen seien auch bereit, die Impfung in ihren Betrieben zu unterstützen. Nicht wenige würden bereits mit Impfkonzepten arbeiten. „Aus Gesprächen mit den einzelnen Branchen wissen wir aber, dass die psychische Belastung der Mitarbeiter/-innen zunimmt und gleichzeitig deren Motivation nachlässt“, sagt WKV-Präsident Hans Peter Metzler, der sich in der vergangenen Woche mit allen Sparten und Fachgruppen ausgetauscht hat. Daher brauche es klare Optionen für erste Öffnungsschritte und eine klare Balance zwischen gesundheitlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Notwendigkeit. 

„Der Handel ist bereit, alles zu tun, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Es braucht aber endlich eine Perspektive. Und diese muss ein verlässlicher Öffnungsplan mit Starttermin 8. Februar sein. Die Unternehmen haben Vorbereitungen getroffen, um ein sicheres Aufsperren zu gewährleisten. Mit den flächendeckenden Teststationen, den FFP2-Masken zum Schutz vor Ansteckungen für Mitarbeitende und Kunden und der Impfung stehen weitere Werkzeuge im Kampf gegen den Virus zur Verfügung“, betont Metzler. Dazu komme, dass die Handelsbranche generell sehr sicher sei. „Die Clusterbildungen erfolgen anderswo. Sämtliche Statistiken bestätigen, dass die Ansteckungen vorrangig in der Familie und der Freizeit erfolgen“, sagt Metzler. 

Grund für das Drängen auf Öffnung ist nicht zuletzt die Liquiditätssituation der Betriebe: „Diese ist schon jetzt bei sehr vielen Unternehmen bedenklich. Jede zusätzliche Woche Lockdown verschlimmert die Liquiditätsengpässe“, warnt Metzler. Die Schäden, die dabei verursacht werden, sind teilweise irreparabel. Daher sei es nötig, so rasch wie möglich Öffnungsschritte zu setzen. Das gelte auch für die persönlichen Dienstleister. 

Schrittweise Öffnung

Die Pandemie hinterlasse tiefe Spuren in Wirtschaft und Arbeitsmarkt, ihre Bewältigung und die Rückkehr zur alten wirtschaftlichen Stärke werde eine der wesentlichen Aufgaben der nächsten Jahre sein, sagt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler. Nach Ende dieser Lockdown-Phase sollen Bereiche der Wirtschaft schrittweise wieder geöffnet werden: „Wir müssen der Wirtschaft endlich wieder Luft zum Atmen geben!“ Mit entsprechenden Konzepten sollten Öffnungsschritte z.B. im Bereich Handel oder persönliche Dienstleistungen ermöglicht werden. „Das wäre ein wichtiges Signal für Wirtschaft und Bevölkerung“, erklärt Tittler. Gleichzeitig müsse der Blick nach vorne gerichtet und die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Der Stab der Wirtschaft liefere hier wichtige Inputs und Projekte. 

Weiterentwicklung des Stabs

Durch den von WKV-Präsident Hans Peter Metzler und Landesrat Marco Tittler initiierten „Stab der Vorarlberger Wirtschaft“ sollen der gemeinsame Blick auf aktuelle Entwicklungen intensiviert und eine strukturierte Koordination untereinander ausgebaut werden – hinzu kommt schließlich auch ein verbindliches Vorgehen: Unter starker Einbindung der Fachorganisationen, Sparten und Branchen sollen entscheidende Problemfelder und Herausforderungen identifiziert und gemeinsam mit den System- und Sozialpartnern sowie dem Land konkrete Lösungsmaßnahmen umgesetzt werden.

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