Bäckerin
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Getreidemangel wirkt sich auf Brotpreise aus

Die Preise für Weizen, Roggen und weitere Getreidesorten sind deutlich gestiegen – diese Teuerungen sind auch für die Konsument:innen am Brotpreis spürbar. Fraglich ist, ob in den nächsten Monaten die Nachfrage nach Produkten aus österreichischen Rohstoffen für die ganze Bevölkerung abgedeckt werden kann.

Die Lage ist laut Wolfgang Fitz, Innungsmeister des Lebensmittelgewerbes, bereits sehr angespannt: Die Kosten für Brotgetreide liegen seit Wochen 100 Prozent über dem Vorjahresniveau und Ware ist schwer zu bekommen. So eine Situation hatten wir in den vergangenen Jahrzehnten noch nie.“ Derzeit liegen die Notierungen für Premiumweizen bei 402 Euro pro Tonne – vor einem Jahr betrugen diese noch knapp unter 200 Euro pro Tonne. „Ein längerfristiger Einkauf, wie er bisher üblich war, ist derzeit ebenfalls nur schwer möglich“, erklärt Fitz und führt aus: „Wir kämpfen derzeit mit Mengenbeschränkungen am österreichischen Markt, obwohl Österreich eine durchschnittlich gute Ernte hatte und genug Ware auf Lager wäre. Da aber die Nachfrage nach Österreichischem Premiumgetreide aus den umliegenden EU-Ländern aufgrund schlechter Ernten enorm gestiegen ist, kommt es zu einem erhöhten Export, was eben zu einer Begrenzung der im Inland verfügbaren Menge führt.“ Zudem werde inzwischen auch mit dem Rohstoff Getreide am Weltmarkt spekuliert, was die Preise zusätzlich in die Höhe treibe, betont der Innungsmeister. 

Für die Produzent:innen werden die erhöhten Preise immer mehr zur Belastung. Nicht nur bei den Bäckern, sondern auch im Lebensmitteleinzelhandel kommt es daher zu Preissteigerungen. „Gerade bei Brot und Gebäck werden die Verbraucher:innen die Preiserhöhungen spüren“, warnt der Innungsmeister.  

Keine Brotknappheit zu befürchten

Entwarnung kann Wolfgang Fitz aber hinsichtlich der produzierbaren Menge geben: „Die benötigte Menge kann grundsätzlich produziert werden. Die Nachfrage nach Ware aus Österreich ist gerade im Lebensmitteleinzelhandel groß. Mit dem derzeit massiven Abfluss an Premiumgetreide nach Italien, in die Schweiz und auch nach Deutschland wird das mengenmäßig knapp für Österreich und die Befürchtung wächst, dass sich die Erzeugung mit rein österreichischen Rohstoffen nicht mehr ausgeht.“

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