Conatiner Wall
© iStock.com/serts

Exportzahlen: Beachtliches Exportergebnis unter schwierigsten Bedingungen

Der Außenhandelsbericht für das erste Halbjahr 2020 liegt vor – Krisenbedingter Rückgang bei Aus- und Einfuhren von rund 8,5 Prozent deutlich unter Österreich-Schnitt.

Der Vorarlberger Wirtschaft ist es gelungen, unter schwierigsten Bedingungen ein beachtliches Exportergebnis für das erste Halbjahr 2020 einzufahren, berichten Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler. Laut vorläufigen Zahlen im neuen Außenhandelsbericht der Landesstelle für Statistik und der Wirtschaftskammer Vorarlberg sind in diesem Zeitraum Waren und Güter im Wert von über 4,87 Milliarden Euro aus Vorarlberg exportiert worden. Bei knapp 3,7 Milliarden Euro liegt die Summe der Importe. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr davor waren krisenbedingte Rückgänge bei Aus- bzw. Einfuhren in Höhe von 8,4 bzw. 8,5 Prozent zu verzeichnen. „Die Einbußen schmerzen, auch wenn sie deutlich unter dem Bundesschnitt – Export: -11,7 Prozent und Import -12,6 Prozent – liegen“, so Wallner und Tittler.

Wie die Kennzahlen zeigen, hat Vorarlberg mit einem Handelsbilanzüberschuss von mehr als 1,17 Milliarden Euro neuerlich deutlich mehr Waren und Güter exportiert als importiert. Zum ersten Halbjahr 2019 hat sich der erwirtschaftete Überschuss jedoch um 100 Millionen Euro bzw. 7,9 Prozent verringert. In einem, in Folge der globalen Pandemie von starker Unsicherheit geprägten, widrigen wirtschaftlichen Umfeld habe sich die heimische Exportwirtschaft dennoch „mehr als nur respektabel behauptet“, würdigen Landeshauptmann Wallner und Wirtschaftslandesrat Tittler die Leistung und das Durchhaltevermögen der Betriebe. „Mit Blick auf den ‚Lockdown‘ ab Mitte März 2020 und das Arbeiten unter erschwerten Bedingungen mit Abstandsregeln, Masken und vielen anderen Auflagen steckt hinter den Zahlen eine herausragende Kraftanstrengung unserer Unternehmen, der vielen tüchtigen Mitarbeitenden ebenso wie den engagierten Unternehmerpersönlichkeiten“, betont der Landeshauptmann.

Engagement und Mut

Für Vorarlbergs Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler untermauern diese Zahlen den hohen Stellenwert des Außenhandels in der Vorarlberger Wirtschaft. „Viele unserer Unternehmen zählen in ihrer Branche zur internationalen Spitze oder sind sogar Marktführer. Die vorliegenden Zahlen unterstreichen, mit welchem Engagement und mit wie viel Mut sich unsere Exportwirtschaft am internationalen Parkett bewegt“, sagt der Wirtschaftskammerpräsident – und das trotz großer Herausforderungen: „Das vergangene Wirtschaftsjahr war nicht nur von Einschränkungen im Grenz- und Reiseverkehr, sondern auch von Lieferengpässen oder fehlenden ausländischen Vorleistungen geprägt. Gleichzeitig wurde den Betrieben große Flexibilität abverlangt, um Geschäftspartner zu halten, Auslandsmärkte weiterhin zu betreuen und Neuaufträge an Land zu ziehen“, führt Metzler aus. Auch die Bedeutung der EU sei durch die Krise wieder deutlicher geworden. „Ein funktionierender Binnenmarkt ist für unsere Betriebe essentiell. Wird dieser gestört, ist das schwerwiegend für unseren Standort: Über 60 Prozent des Exportvolumens ging in die EU-Mitgliedstaaten inklusive dem Vereinigten Königreich“, erinnert der Präsident: „Das Credo lautet daher: Mehr und nicht weniger Europa!“

Flexibilität und hohe Qualitätsorientierung

Für Landesrat Marco Tittler zeigt sich im beachtlichen Exportergebnis „einmal mehr, wie robust, innovativ und anpassungsfähig die Vorarlberger Wirtschaft ist“. Auf neue Herausforderungen rasch reagieren zu können, sei ein prägendes Markenzeichen. Die hohe Qualitätsorientierung nennt er als weiteren wichtigen Erfolgsfaktor. „Damit bleiben Vorarlberger Produkte auch in schwierigen Zeiten an den Weltmärkten gefragt“, so Tittler. Das solide Exportergebnis unter schwierigsten Vorzeichen sieht der Landesrat darüber hinaus auch als Bestätigung für die guten Rahmenbedingungen im Land. An ihrer weiteren Optimierung werde im neuen Jahr gezielt weitergearbeitet, versichert Tittler.

Deutschland bleibt wichtigster Handelspartner

Der mit Abstand wichtigste Handelspartner Vorarlbergs mit einem Anteil von 28 Prozent an den Gesamtexporten ist weiterhin Deutschland. Das Exportvolumen liegt bei 1,37 Milliarden Euro (Minus von zwölf Prozent zum Vorjahrshalbjahr), die Einfuhrsumme bei rund 1,35 Milliarden Euro (Minus von 12,5 Prozent zum Vorjahrshalbjahr). Zweitstärkster Handelspartner ist die Schweiz mit 620 Millionen Euro bei den Ausfuhren und 388 Millionen Euro bei den Einfuhren, gefolgt von Italien (Export mit rund 268 Millionen Euro und -18,5 Prozent; Import mit rund 214 Millionen Euro und -6,5 Prozent). Da die Einfuhr aus der Schweiz kräftig und der Export in die Schweiz nur gering gesunken ist, konnte der Handelsbilanzüberschuss von 194 Millionen Euro auf 232 Millionen Euro um 19,8 Prozent gesteigert werden, weist Landesrat Tittler auf ein interessantes Detail hin.

Eisen- und Metallwaren exportstärkste Branche

Die bedeutendste Warenobergruppe ist die Gruppe der Eisen- und Metallwaren. Hauptprodukte dieser Obergruppe sind Beschläge, Rohre, Profile aus Eisen und Stahl oder Aluminium, Behälter, Bleche und anderes. Gemeinsam mit der Kessel- und Maschinenindustrie wurden beinahe die Hälfte des Exportvolumens und fast drei Viertel des Handelsbilanzüberschusses der Vorarlberger Außenhandelswirtschaft erzielt.

Weitere Newsmeldungen

Andreas Gapp

Der 3-G-Winter kann kommen – gewohnt und doch neu

Die Verordnung für die kommende Wintersaison ist da und damit die Gewissheit: Die 3-G-Regelung, die mittlerweile zum gewohnten Alltag gehört, wird nun auch erstmals Einzug in die Skigebiete halten. Das wird nicht zuletzt auch von den Gästen selbst erwartet, die nach entsprechender Sicherheit verlangen. Und obwohl sich die Seilbahnwirtschaft einig ist, dass manche Details praktikabler gestaltet sein könnten, ist man in erster Linie froh, endlich Klarheit zu haben und entsprechend planen zu können. 

22.10.2021
Mehr lesen
Wertschöpfungsstudie Tourismus Vorarlberg

Tourismus mit 3,8 Mrd. Euro Regionalprodukt unverzichtbar für die Vorarlberger Wirtschaft

Mit rund 3,8 Mrd. Euro Bruttoregionalprodukt im Tourismusjahr 2018/19 hat die Vorarlberger Tourismuswirtschaft - bis zum Einbruch aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 - zu etwa 20 Prozent zur Wertschöpfung des Landes beigetragen. 85 Prozent dieses Gesamteffektes fielen direkt in Vorarlberg an und rund 31.000 Vollzeitarbeitsplätze* waren regional mit dieser Wirtschaftsleistung verbunden. Im selben Zeitraum wurden vom Tourismus 1,513 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben erbracht. Die vorliegende Studie wurde unter Leitung von Dr. Friedrich Schneider von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) im Rahmen des Prozesses zur Entwicklung der Tourismusstrategie 2030 erstellt. 

22.10.2021
Mehr lesen
MINT

Beste Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche

Vor zwei Jahren haben Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg sowie Bildungsdirektion und BIFO gemeinsam die MINT-Strategie Vorarlberg (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) auf den Weg gebracht, um junge Menschen verstärkt für diese Fächer zu begeistern. Jährlich stattfindende MINT-Festivals dienen der Standortbestimmung. Dabei werden aktuelle Projekte und Angebote vorgestellt und Organisationen vernetzt. Das 2. MINT-Festival am Donnerstag, 21. Oktober 2021 fand – wie schon die Premiere im letzten Jahr – in virtueller Form statt. Andrea Huber, MINT Koordinatorin im BIFO, hat wieder Gäste aus Politik, Wirtschaft, Schulen und Elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen sowie Museen und aus den MINT-Regionen eingeladen, um gemeinsam über Stand und weitere Umsetzung der MINT-Strategie zu informieren und zu beraten.

21.10.2021
Mehr lesen