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Erweitertes Testangebot für Klein- und Mittelbetriebe

Um auch am Arbeitsplatz die Bereitschaft zum regelmäßigen Testen anzukurbeln, erweitern Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg das Angebot im Rahmen der Flächentestungen.

Ab dem kommenden Freitag können Klein- und Mittelunternehmen (Betriebe mit 1 – 49 Beschäftigten) über die jeweilige Gemeinde Gratis-Selbsttests für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beziehen. Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler appellierten im Pressefoyer am Dienstag, 13. April, an alle, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Einhelliger Tenor: „Intensives Testen ist der Schlüssel, um die Verbreitung des Virus einzubremsen bzw. zu unterbinden und die Öffnungsschritte in der Modellregion Vorarlberg abzusichern“.

Die streng kontrollierten Öffnungen in Gastronomie und Kultur haben zu einer großen Zunahme der Testungen geführt. Da rund 70 Prozent der Neuinfektionen im privaten Raum passieren, soll die Übertragung des Virus durch niederschwellige Testangebote in die Betriebe verhindert werden. In Vorarlberg haben bisher 77 Betrieben mit zusammen 32.360 Mitarbeitenden eine solche betriebliche Teststraße eingerichtet.

Niederschwellige Testmöglichkeit im Betrieb

95 Prozent aller Arbeitgeberbetriebe in Vorarlberg sind KMU (1 – 49 Beschäftigte). Die über 7.800 Betriebe zählen in Summe mehr als 53.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das sind etwa 44 Prozent aller unselbständig Beschäftigten im Lande. Um auch diesen Betrieben die Möglichkeit zum schnellen Testen am Arbeitsplatz zu bieten, erweitern Land und Wirtschaftskammer Vorarlberg nun das Angebot der Gratis-Selbsttests. „Ab dem kommenden Freitag, 16. April, können die Betriebe wöchentlich zwei Test-Kits pro Mitarbeiterin/Mitarbeiter bekommen. Die Ausgabe erfolgt über die jeweilige Gemeinde, die Finanzierung übernimmt das Land Vorarlberg“, erklärt LR Tittler.

Da der größte Teil der Ansteckungen im privaten Bereich stattfindet, wird empfohlen, die Tests vor allem zu Arbeitsbeginn nach dem Wochenende anzuwenden. Wünschenswert wäre, dass niemand am Montag ungetestet zur Arbeit geht. 

Testen ist keine ideologische Frage

„Wir nehmen die Analysen der AGES sehr ernst, und haben uns daher gemeinsam mit dem Land Vorarlberg für diese Maßnahme entschieden. Ziel von uns allen muss es sein, einen vierten Lockdown unter allen Umständen zu verhindern“, sagt WKV-Präsident Metzler. Der Appell an Mitarbeitende und Chefs lautet, von den Selbsttests Gebrauch zu machen, um das Virus nicht in die Betriebe hineinzutragen. „Im Idealfall können die Mitarbeitenden zur Teilnahme an den Flächentests in Vorarlberg motiviert werden“, betont Metzler

Die Wirtschaftskammer wird ihr Netzwerk der Fachgruppen und Fachorganisationen nutzen, um flächendeckend auf die Selbsttests aufmerksam zu machen, so WKV-Präsident Metzler. „Das Testen ist keine ideologische Frage, sondern es dient der Absicherung unserer Modellregion Vorarlberg“, bekräftigte auch er und sprach sich in Richtung Bund für eine „Beweislastumkehr“ aus. „Wenn wieder über Schließungen diskutiert wird, dann muss man uns evidenzbasierte Daten vorlegen. Wenn wir aber mit unserer Modellregion erfolgreich sind, werden wir sehr selbstbewusst für schrittweise weitere Öffnungen eintreten“, sagt Präs. Metzler.

Unterstützung für Impfkampagne

Ein klares Bekenntnis gibt es von der Wirtschaftskammer zur Impfkampagne des Landes. „Impfungen sind das langersehnte Licht am Ende des Tunnels. Die Impfungen bedeuten weniger Infizierte sowie drastisch weniger Erkrankte und Tote. Nur bei einer guten Durchimpfungsrate wird es zu einer Normalisierung der Situation kommen, die Wirtschaft wird sich erholen und das gesellschaftliche Zusammenleben wieder möglich sein“, richtet auch WKV-Präsident Metzler einen klaren Appell an die Bevölkerung sich für die Impfung vormerken zu lassen.

Die Wirtschaftskammer hat auf Initiative von Landesrat Tittler hat jüngst eine Bedarfserhebung durchgeführt, die primär auf jene Mitarbeitende in Vorarlberger Exportunternehmen abzielt, die unaufschiebbare, unbedingt notwendige und für die Unternehmen daher entsprechend wichtige Geschäftsreisen in andere Länder tätigen. Ca. 1.100 Personen wurden von Betrieben gemeldet „Diese Personen sind insofern einem erhöhten Risiko ausgesetzt, da bestimmte Länder auch ein wesentlich höheres Infektionsgeschehen aufweisen“, sagt Metzler und erklärt weiter: „Abgesehen davon gebe es dort oft auch keine entsprechend effizienten und breitgefächerten Testmöglichkeiten, wie wir sie in Österreich kennen. Durch eine Impfung dieser Schlüsselarbeitskräfte kann das Infektionsrisiko zu Hause minimiert werden.“

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