© Lisa Dünser

„Kreative sind der Rohstoff der Zukunft“

Creative Institute Vorarlberg: Ein Gespräch mit Bettina Steindl über die CampusVäre als „urban-pulsierender Wirkort“, die Potenziale der Vorarlberger Kreativwirtschaft und die Vision einer „Werkstatt zur Entwicklung der Zukunft“.

Wie erklären Sie die „CampusVäre“?
Unsere Aufgabe im Auftrag des Landes Vorarlberg und der Stadt Dornbirn ist es, bis 2024 eine 12.000 Quadratmeter große Industriehalle am Campus V in Dornbirn in eine „Werkstatt zur Entwicklung der Zukunft“ zu transformieren. Vorbilder und Benchmarks sind u.a. die Tabakfabrik Linz, die Zeche Zollverein in Essen oder das Werksviertel Mitte in München. Für einen funktionierenden Wirtschaftsstandort sind Menschen mit technologischer, ökonomischer und künstlerischer Kreativität von großer Bedeutung, sie setzen die nötigen Innovationsimpulse. Wir als CampusVäre – Creative Institute Vorarlberg tragen dazu bei, Kreative als Fachkräfte für Vorarlberg überregional anzusprechen. Die CampusVäre ist ein urban-pulsierender Wirkort und bietet ein Milieu, das internationale Menschen anspricht. Die CampusVäre bietet zudem Unternehmen im Land die Möglichkeit, sich als innovativ, offen, zukunftsorientiert und nachhaltig zu (re-)präsentieren. Wir bieten gebaute Realität, in der verschiedene Gewerke spartenübergreifend Platz finden. Hier kann gemeinsam an einer guten Zukunft gearbeitet und geforscht werden. Diesen Ort bezeichnen wir als Werkstatt und das was dort passiert, das ist die Entwicklung der Zukunft.

Wo liegt Ihrer Meinung nach das größte Potenzial der Kreativwirtschaft Vorarlberg?
In der Bündelung. Fussballvereine haben ein Vereinshaus, Tennisclubs Clubhäuser. Auch die Kreativwirtschaft braucht eine Verortung und einen Platz, an dem sie sich ausbreiten, entwickeln, vernetzen und sich ausleben kann. Wir sprechen in unserem Fall von einer ehemaligen Spinnerei der Firma F.M. Hämmerle, die nun für die Kreativwirtschaft und für Innovation, Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur als Anlaufstelle mit überregionaler Strahlkraft dienen wird. Unser USP ist dabei Motto und Haltung: „Werkstatt zur Entwicklung der Zukunft“ bedeutet, dass sich hier Unternehmer:innen, Startups, Forschende, Institutionen, Vereine, Studierende, Pionier:innen etc. ansiedeln können, die sich in ihrer Arbeit und in ihren Projekten der guten Zukunft widmen. Als Beispiel: Ein international agierender Kaffeekonzern möchte ein Pop-Up-Café in der CampusVäre betreiben? Eher nicht. Wir bevorzugen den regionalen Hersteller und Anbieter.

Der Wechsel von der Kulturmanagerin zur Geschäftsführerin des Creative Institute Vorarlberg außergewöhnlich oder logisch, weil ...
In meinem Fall ist es eher ein „back to the roots“. Ich bin Magistra der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, bin also studierte Betriebswirtin. U.a. habe ich mich in meinem Studium auf Kultur- und Projektmanagement spezialisiert und meine Magistraarbeit im Bereich Kulturmanagement geschrieben. Die Geschäftsführung ist also nicht nur ein Karriereziel sondern auch naheliegend. In Verbindung mit meinen kuratorischen Tätigkeiten für die CampusVäre, als Mitglied in verschiedenen Gremien und Beiräten in verschiedenen Städten in Österreich und in internationalen Netzwerken ist diese Aufgabe äußerst interessant und bereitet mir unglaublich viel Spaß und Freude.

Die CampusVäre ist in fünf Jahren ...
Die CampusVäre ist zu einem pulsierenden Ort in Vorarlberg mit überregionaler Strahlkraft geworden. Nach den Prinzipien der „Werkstatt zur Entwicklung der Zukunft“ haben wir Meter für Meter einen Raum geschaffen, an dem sich Menschen aus der Kreativwirtschaft angesiedelt haben. Dafür haben wir kleine und große Räume für verschiedene Zwecke gebaut, die wir langfristig an Kreativwirtschaffende, Pionier:innen, Startups, Vereine, Studierende, Handwerker:innen, Kunst- und Kulturschaffende vermieten. Es sind Büros entstanden, Werkstätten, Unterrichtsräume, Proberäume, Verkaufsräume, Ruhepoole, Cafés und ein einzigartiges Restaurant. Hier gibt es Treffpunkte und Freiräume. Wir schaffen die Möglichkeit des Kennenlernens und ungezwungenen Zusammenkommens. Wir fragen nach, evaluieren und setzen um. Faktenbasiert, zukunftsorientiert und immer weiter. Wir werden niemals fertig sein. Denn: Weiterentwicklung hat kein Ende.

Vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Andrea Fritz-Pinggera

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