Forbearance
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„Forbearance für die Zeit der Pandemie aussetzen“

Vorarlbergs Regionalbanken brauchen flexiblere Lösungen, um starke Partner in Zeiten der Corona-Krise zu sein.

Werner Böhler, Obmann der Sparte Bank und Versicherung, verdeutlicht, dass es zur Bewältigung der Krise Verbündete braucht. Das sind neben den Regulatoren insbesondere die Politik und vor allem die Kunden, denen Vorarlbergs Regionalbanken mit Offenheit gegenübertreten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Nicht der Einzelfall bereite Sorgen, sondern die Summe der auftretenden Risikokosten.

Wiedereinführung des Forbearance-Schutzes

„Durch Stundungen können wir vielen Unternehmen eine enorme Entlastung bieten. Wenn die Stundungen aber durch den Wegfall der Forbearance-Erleichterungen zum Problem der Banken werden, dann sind auch uns die Hände gebunden, großzügig Stundungen zu gewähren. Da muss unbedingt eine Sondersituation weitergeführt werden“, sagt Spartenobmann Böhler und führt aus: „In der noch dauernden Pandemiesituation ist das Forbearance-Instrumentarium nicht nur unbrauchbar, sondern sogar schädlich. Banken könnten dadurch ihrem Auftrag, in dieser Zeit Partner der Wirtschaft zu sein, was sie bislang nachweislich unter Beweis gestellt haben, nicht mehr nachkommen.“ Der mit Ende September 2020 ausgelaufene Forbearance-Schutz der einschlägigen EBA-Guidelines zu Moratorien sollte in Anbetracht der veränderten Situation neuerlich eingeführt werden oder alternative, ebenso effektive Aufsichtsmaßnahmen angedacht werden.

Die Vorarlberger Banken hätten sich darüber hinaus in dieser schwierigen Situation als verlässliche Partner der Wirtschaft erwiesen und seien Teil der Lösung. Böhler: „Dennoch haben sich die Anforderungen an die Kreditinstitute verschärft. So muss beispielsweise zukünftig das Auslaufen gewährter Unterstützungsmaßnahmen und die dadurch erhöhten Verpflichtungen vollständig berücksichtigt werden.“  Auch wurden die Banken jüngst verpflichtet, „ein effektives Risikomanagement zu implementieren, das es ihnen ermöglicht, ein von der Krise betroffenes, aber grundsätzlich gesundes Unternehmen von nicht lebensfähigen Unternehmen zu unterscheiden“. Damit sollte gewährleistet sein, dass Banken mit der gebotenen Vorsicht ihr Kreditportfolio managen. Darüber hinausgehende Regelungen sind aus Sicht des Bankensprechers nicht erforderlich und eher hinderlich bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen mit den betroffenen Kunden.

Unternehmen entlasten

Mit heutigem Wissen wurden die vom Bund verbürgten COVID-Finanzierungen mit einer deutlich zu geringen Laufzeit vergeben, was zu erhöhten Rückzahlungsbelastungen der Unternehmen führt. Hier wären dringend Verlängerungen der Laufzeit dieser Kredite erforderlich, um die Unternehmen zu entlasten. Eine weitere Forderung der Vorarlberger Kreditwirtschaft ergeht an die Regierung, die aktuellen Bestimmungen des URG-Gesetzes (Unternehmensreorganisationsgesetz) zu lockern. Durch die coronabedingt zu erwartenden negativen Bilanzen werden viele Unternehmen an die im Gesetz festgelegten Grenzen stoßen und dadurch große Probleme bekommen. 

„Forbearance könnte somit für die Dauer der Pandemie überhaupt ausgesetzt werden, weil sie eine Vielzahl anderer wünschenswerter Aufgaben erschwert bzw. verhindert. Auch andere Regelungen, die in normalen Zeiten durchaus ihre Berechtigung haben, müssen an die aktuelle Sondersituation angepasst werden, weil ansonsten viele Unternehmen an ihre Grenzen stoßen werden,“ sagt der Spartenobmann.

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