Digitale Perspektiven
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Smartes Wohnen: Japans ökologische Superstadt

Südlich von Tokio befindet sich Fujisawa SST, die Sustainable Smart Town. Der Elektronikkonzern Panasonic möchte hier mit einem Pilotprojekt herausfinden, was im Bereich Smart Home alles möglich ist.

Eine halbe Milliarde Euro hat sich Panasonic den Bau der Stadt für smartes Wohnen kosten lassen. Fujisawa SST (Sustainable Smart Town) befindet sich rund 50 Kilometer südlich von Tokio und besteht aus 600 Häusern auf einer Fläche von 19 Hektar – rund 3.000 Personen wohnen in der neuen Stadt. Ein Haus in Fujisawa kostet heute rund 400.000 Euro. Geboten bekommt der Käufer dafür: Eigens produzierter Strom, große Bildschirme, Multimedia-Systeme, Systeme zum Sparen von Wasser und smarte Stromzeitmessung. Natürlich mit der neuesten Panasonic-Technologie. Selbst der Stadtpark ist kein „normales“ Naherholungsgebiet: Hier lassen sich Sitzbänke und Toilette auf Knopfdruck im Boden versenken. Kein Wunder also, dass sich jeglicher Bericht über die Stadt wie ein Science-Fiction-Roman liest.

Moderne Ressourcenschonung
Das Hauptziel des Projektes ist es, Ressourcen zu sparen. Beim Kohlendioxid-Ausstoß sind es 70 Prozent, bei Wasser und Strom jeweils 30 Prozent. Eine Vielzahl von Solarpaneelen macht die Stadt nahezu unabhängig von externen Versorgern. Jedes Haus produziert seinen Strom mit Solarzellen selbst – überschüssiger Strom wird im Stadtnetz gespeichert. Und sollte doch Energie von außen benötigt werden, kommt diese zu 30 Prozent von erneuerbaren Energiequellen. Selbst der Straßenbelag ist ungewöhnlich: Je nach Temperatur saugt der Asphalt Wärme auf oder gibt sie ab. Die Stadt ist eine Art Lebenskonzept, in der es alles gibt: Kinderbetreuung rund um die Uhr, ein Altenheim, ein Krankenhaus, ein Car-Sharing-System, Geschäfte, Wellnessangebote, Sport.

Totalüberwachung als Sicherheitskonzept?
Rundum digital vernetzt zu sein, bringt auch Überwachung mit sich. Fujisawa wird vom „Gehirn“ der Stadt, dem Town Management Office rund um die Uhr beobachtet. Ein Raum voller Computer und Bildschirme überträgt sämtliche Daten der Stadt in Echtzeit. Geschäfte, Straßen und Spielplätze sind rund um die Uhr videoüberwacht, erzählt eine Einwohnerin im Interview mit der Zeit. Nachts gehen die Laternen an, wenn jemand durch die Straßen spaziert. Kameras verfolgen jede Bewegung von Autos, Motorräder und Menschen. Elektronik übernimmt hier den Platz von Mauern und Zäunen. „Wir schützen unsere Einwohner lieber clever. Mit Elektronik“, so die Bewohnerin.

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