WKV Vizepräsident Stefan Hagen
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Chancenreiche Bildung? Modellregion Vorarlberg!

Vizepräsident Stefan Hagen über die Schlüsselfunktion der Bildung für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort Vorarlberg.

Vorarlberg ist 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder. So lautet die Markenvision Vorarlbergs, die ich voll und ganz unterstütze. Chancenreiche Bildung ist in diesem Zusammenhang DER Schlüssel zur Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass ganzheitliche Bildung für ein aufgeklärtes und glückliches Leben jedes und jeder Einzelnen von essenzieller Bedeutung ist.

Für mich ist klar: Unser aktuelles Bildungssystem ist viel zu bürokratisch und zu starr, um auf die individuellen Bedürfnisse, Potenziale und Talente von Kindern und Jugendlichen eingehen zu können. Es steht im Widerspruch zu zentralen Erkenntnissen der Gehirnforschung und der Entwicklungspsychologie. Und unser aktuelles Bildungssystem ist in vielen Punkten das genaue Gegenteil dessen, was ich mir unter chancenreich und chancengerecht vorstelle. Dabei kritisiere ich nicht die handelnden Personen - schon gar nicht die Pädagoginnen und Pädagogen. Sie sind, gleich wie auch unsere Kinder und Jugendlichen, gefangen im antiquierten und überholten Bildungssystem.

Vorarlberg sollte eine (echte) Modellregion für zukunftsfähige Bildung werden. Der Zeitpunkt wäre perfekt - und die Notwendigkeit größer denn je. Der Zukunftsforscher Matthias Horx spricht von den „Wochen der Weichenstellung“, wenn es um den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Pandemie geht. Genau diese Weichen sollten wir jetzt auch in der Bildung stellen. Die Bildungsfrage muss endlich ins Zentrum des öffentlichen Diskurses und unserer gemeinsamen Anstrengungen gestellt werden. Sonst verlieren wir weitere wertvolle Jahre. Und die unternehmerischen Kräfte sollten diesen Weg aktiv unterstützen und politisch einfordern.

Es gilt nun, einige zentrale Fragen zu klären. Unter anderem sind dies:

- Was meinen wir, wenn wir von „chancenreicher Bildung“ sprechen?
- Was könnte unsere gemeinsame Vision sein?
- Wie könnte ein Weg und Prozess hin zur Modellregion gestaltet sein?
- Welche Punkte gilt es zu knacken?
- Und vor allem: WER kann dem Vorhaben den notwendigen politischen und gesellschaftlichen
  Nachdruck verleihen?

Meine persönliche Vision: Spätestens 2035 kommen Delegationen aus dem In- und Ausland nach Vorarlberg, um unsere Schulen zu besichtigen, unseren Vorarlberger Weg mit uns gemeinsam zu reflektieren und vor allem von unseren Kindern zu lernen. Denn sie sind es, auf die wir in zentralen Zukunftsfragen hören sollten. Kinder an die Macht.

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