Suedkorea
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„Südkorea: Innovativste und rastloseste Nation der Welt“ 

Wirtschaftsdelegierter Wolfgang Köstinger über das innovative Südkorea, die Selbstverständlichkeit des Masketragens und das große Pontenzial für österreichische Investoren.

Hallyu, die koreanische Welle, rollt unaufhaltsam um den Globus: Seit Psys You-Tube-Hit „Gangnam Style“ ist das Phänomen K-Pop auch in unseren Breiten ein Begriff und spätestens seit den internationalen Chart-Erfolgen der Boygroup BTS, der Oscar-Prämierung für den Film „Para-  site“ und dem Auszeichnungsregen für das Drama „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ lässt sich zurecht behaupten: Südkorea ist in aller Munde. Das einstige Land der Morgenstille schlägt lautstark auf die Pauke.

Vorweg sei gesagt: Auch an Südkorea ist die Corona-Pandemie nicht spurlos vorübergegangen. Aber nur wenige Länder konnten die Verbreitung von COVID-19 derart eindrucksvoll eindämmen wie Südkorea. Mit einem ausgeklügelten „Trace, Test and Treat“-System sowie strengen Einreisekontrollen gelang es der Regierung von Präsident Moon Jae-in die Lage so weit wie möglich in den Griff zu bekommen und einen Lockdown erfolgreich abzuwenden. Die verhängten Maßnahmen wurden von der Bevölkerung diszipliniert eingehalten, die Verwendung von FFP2-Masken im öffentlichen Raum war und ist für Koreanerinnen und Koreaner selbstverständlich.

Mit einiger Verzögerung ist die Impfkampagne Ende Februar dieses Jahres angelaufen. Bis Jahresende soll eine 70 Prozent-Durchimpfungsquote und damit Herdenimmunität erreicht werden. Bei der Entwicklung von Impfstoffen spielte Südkoreas Pharmaindustrie keine Rolle. Hier setzte man in erster Linie auf die Entwicklung von Medikamenten zur Bekämpfung der Krankheit bzw. zur Linderung des Krankheitsverlaufs. Das COVID-19-Antikörper-Medikament Regdanvimab des südkoreanischen Pharmakonzerns Celltrion steht nun auch in Europa kurz vor der Zulassung.

Die Wirtschaftsleistung ging im Krisenjahr 2020 nur um ein Prozent zurück, weitaus weniger als in anderen OECD-Ländern. Für dieses Jahr sehen Wirtschaftsexperten Südkorea wieder auf solidem Wachstumskurs. Der „Korean New Deal“ der koreanischen Regierung wird dazu einen wesentlichen Beitrag leisten: Mit einer staatlichen Gesamtinvestitionssumme von über 100 Milliarden Euro bis 2025 sollen rund zwei Millionen neue Jobs geschaffen werden. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und grüne Technologien sind die tragenden Säulen des zukunftsweisenden staatlichen Investitions-Programms. Die rasante Entwicklung von Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Halbleitertechnik und die flächendeckende Ausrollung des Mobilfunkstandards 5G sind nur einige Highlights von Südkoreas resilienter Wirtschaft.

Was ist das Geheimnis von Südkoreas Erfolg? Innovationsdrang und die Mentalität des „palli-palli“ (koreanisch für „schnell, schnell“)! Seit Jahresanfang belegt das Land wieder den ersten Platz im Bloomberg Innovations-Index, vor allem dank der starken Performance bei Forschung und Entwicklung sowie der Zahl der angemeldeten Patente. Weltweit agierende Tech-Giganten wie Samsung, LG, Hyundai/Kia, Doosan, Hanwha oder SK investieren gewaltige Summen in Forschung & Entwicklung und werfen Produktneuheiten mit atemberaubender Schlagzahl auf den Markt. Diese „Chaebols“ genannten Firmenkonglomerate im Familienbesitz entstanden nach dem 2. Weltkrieg bzw. dem Koreakrieg (1950 bis 53) und bilden bis heute das Rückgrat der Wirtschaft Südkoreas. Hinzu kommt ein wettbewerbsorientiertes Schul- und Ausbildungssystem mit äußerst strengen und selektiven Hochschul-Aufnahmeprüfungen. Für viele Absolventen der südkoreanischen Top-Universitäten – Seoul National University, Korea University und Yonsei University – ist ein Job in einem der Chaebols das erklärte Berufs- und Lebensziel. Südkoreas Industrie ist, wenig überraschend, stark exportorientiert und nimmt im globalen Ranking der führenden Exportnationen den siebenten Rang ein. 2020 wurden Waren im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar exportiert – ein Minus von 5,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Ungeachtet des Rückgangs erzielte das Land zum zwölften Mal in Folge einen deutlichen Handelsbilanzüberschuss. Wichtigster Handelspartner Südkoreas ist China, wohin ein Viertel aller Exporte gehen; die USA, EU und Vietnam folgen mit einigem Abstand. Allerdings birgt die enge wirtschaftliche Verknüpfung mit China Risiken vor dem Hintergrund des schwelenden Handelsstreits zwischen dem Reich der Mitte und den USA: Südkorea fungiert nämlich für beide Supermächte als Technologielieferant. Für Südkoreas so wichtige Automobilindustrie war 2020 naturgemäß ein schwieriges Jahr. Die fünf in Korea ansässigen Autohersteller (Hyundai Motor, Kia Motors, Renault Samsung Motors, GM Korea und SsangYong Motor) mussten bei den Ausfuhren allesamt Federn lassen; lediglich der Absatz bei den Elektrofahrzeugmodellen von Hyundai und Kia lief äußerst erfreulich. Zu den Gewinnern der Pandemie zählten – dank Online-Unterricht, Home-Office, Reisebeschränkungen und dem damit einhergehenden Boom von Videokonferenzen – Südkoreas Elektronik-Platzhirsche Samsung und LG. Besonders beeindruckend waren die Verkaufsrekorde bei Mikrochips, Displays und Mobilgeräten.

Österreichische Unternehmen sind in Südkorea schon seit Jahrzehnten erfolgreich unterwegs, gut 60 Niederlassungen österreichischer Firmen, insbesondere im Hochtechnologiebereich, haben sich auf der Halbinsel angesiedelt. Den österreichischen Ausfuhren nach Südkorea konnte auch die Pandemie nur wenig anhaben: 2020 exportierte Österreich Waren im Gesamtwert von 1,1 Milliarden Euro nach Südkorea. Das Land bleibt - nach China und Japan - Österreichs drittgrößter Handelspartner in Asien sowie exzellenter Innovationspartner für österreichische Firmen.
Umgekehrt tut sich Österreich als beliebter Investitionsstandort für koreanische Unternehmen hervor: Bekannte Beispiele für koreanische Investitionen in Österreich sind die Übernahme der Batteriesparte von Magna durch Samsung SDI oder die Akquisition des Lichtsystem-Spezialisten ZKW durch LG. Zu den größten Immobilien-Investments in Österreich zählen der Kauf des Hilton am Stadtpark sowie des T-Centers in Wien durch koreanische Fonds.
Neben den traditionellen Sektoren Fahrzeug- und Maschinenbau bieten sich für österreichische Firmen Geschäftsmöglichkeiten in Zukunftsbranchen wie Erneuerbare Energien, Umwelttechnologien, Smart Factory, Mobilität und innovative Bautechnologien. Der Sicherheitsaspekt in allen Lebensbereichen gewinnt in Korea ebenfalls an Bedeutung. Dies eröffnet österreichischen Zulieferern Geschäftschancen in der Labor- und Analysetechnik sowie der Prüf- und Messtechnik. Produkte „made in Austria“ genießen mit ihrem hohen Qualitätsanspruch einen hervorragenden Ruf in Korea.

Lassen auch Sie sich von der koreanischen Welle mitreißen: Das AußenwirtschaftsCenter Seoul bereitet Ihnen den Weg für Ihren Markterfolg in der pulsierenden Wunderwelt am Han-Fluss und freut sich auf Ihre Nachricht!

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